*cough* – sanfte und natürliche Mittel gegen Husten
Gerade in den kalten Wintermonaten husten die Menschen wild um die Wette. Die einen husten in ihren Ellenbogen oder halten höflichen den Schal vor den Mund, die anderen verteilen die ausgestoßene Luft inklusive Erreger bedenkenlos um sich herum.
Wenn Du diesen Artikel liest, wirst Du Dich bestimmt gerade selber mit Husten herum ärgern. Zum Glück gibt es viele natürliche Mittel, die effektiv bei Husten eingesetzt werden können.
Warum husten wir eigentlich?
Das Symptom Husten
Husten ist keine Erkrankung, sondern ein Schutzreflex unseres Körpers. Er ist ein Symptom, das bei verschiedenen Krankheiten wie beispielsweise der Grippe auftreten kann. Dringen Fremdkörper in unseren Körper ein werden Signale an das Gehirn weitergeleitet, die den Hustenreflex auslösen. Denn der Husten ist ein wichtiger Akteur bei der Abwehr von Erregern. Husten vertreibt Fremdpartikel aus den Atemwegen und schützt so die Lungen vor Infektionen und Entzündungen.
Der Husten beginnt mit einem Atemzug, der Luft tief in die Lunge zieht. Als nächstes schnappt die Stimmritze (Glottis) zu und verschließt die Luftröhre. Es folgt eine kräftige Kontraktion der Muskeln im Brustkorb, Bauch und Zwerchfell. Bei normaler Atmung drücken diese Muskeln die Luft sanft von den Lungen durch Nase und Mund nach außen. Wenn die Stimmritze jedoch geschlossen ist, kann die Luft nicht austreten, so dass sich in den Luftkanälen ein enormer Druck aufbaut. Schließlich schwingt die Stimmritze auf, und die Luft strömt nach außen. Und das geschieht explosionsartig. Bei einem heftigen Husten strömt die Luft fast mit Schallgeschwindigkeit aus und erzeugt das bellende oder keuchende Geräusch, das wir Husten nennen.
Ein Husten kann eine bewusste Handlung oder ein unkontrollierbarer Reflex sein. Im letzteren Fall wird der gesamte Prozess durch die Stimulation von Nerven im Kehlkopf und in den Atemwegen ausgelöst. Diese Nerven können durch Infektionen, Allergien, kalte Luft, chemische Stoffe wie Rauch, Staubpartikel oder durch normale Körperflüssigkeiten gereizt werden. Kein Wunder also, dass Husten ein Symptom bei verschiedensten Krankheiten ist.
Ein Husten hält normalerweise etwa 7 bis 14 Tage an. Sollte der Husten nach diesem Zeitpunkt nicht verschwinden, sollte ein Arzt / eine Ärztin aufgesucht werden.
Was hilft gegen hartnäckigen Husten?
Es existieren viele Hausmittel die effektiv gegen Husten und einhergehenden Beschwerden wirken. Möglicherweise musst Du ein wenig experimentieren, bevor Du ein geeignetes Mittel für Dich findest.
Honig
Honig hat antibakterielle, antivirale und antimykotische Eigenschaften und von Natur aus einen hohen Gehalt an Antioxidantien, die als Flavonoide und Polyphenole bezeichnet werden. Diese helfen bei der Bekämpfung von Entzündungen (Rötung und Schwellung) im Körper und helfen, das Immunsystem auszugleichen sowie bestimmte Krankheiten vorzubeugen.
Honig kann Husten und Reizungen im Rachenbereich lindern, indem er den Rachen wie ein Film ummantelt. Du kannst Honig mehrmals täglich löffelweise einnehmen oder in Deinen Lieblingstee geben.
Vorsicht: Kinder unter einem Jahr sollten keinen Honig zu sich nehmen, da er eine seltene Magenerkrankung (Botulismus) verursachen kann.
Ingwer
Auch Ingwer hat antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, stärkt das Immunsystem und kann diverse Beschwerden lindern.
Bei Husten empfiehlt es sich, einen Ingwertee zu trinken, den Du durch die Zugabe von Honig und Zitrone verfeinern kannst. Du kannst auch auf der Ingwerwurzel kauen, um Deinen Husten zu lindern.
Kurkuma
Kurkuma enthält Curcumin, das entzündungshemmende, antivirale und antibakterielle Eigenschaften besitzt. Es erhöht zudem die Schleimproduktion, wodurch Erreger, welche die Atemwege verstopfen, auf natürliche Weise ausgespült werden. Während die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften von Kurkuma bei der Bekämpfung von Infektionen helfen können, kann seine entzündungshemmende Eigenschaft bei Husten Linderung verschaffen.
Curcumin wirkt am besten, wenn es mit schwarzem Pfeffer eingenommen wird. Du kannst dazu einen Teelöffel Kurkuma und eine Teelöffelspitze schwarzen Pfeffer einem Getränk Deiner Wahl beimischen oder zu einem warmen Tee verarbeiten.
Kurkuma wird in der ayurvedischen Medizin seit Jahrhunderten zur Behandlung von Erkrankungen der oberen Atemwege, Bronchitis und Asthma verwendet.
Salzwasser
Das Gurgeln mit warmem Salzwasser hilft, Beschwerden und Irritationen zu lindern, die durch den Husten verursacht werden. Salzwasser kann auch Bakterien im Mund und Rachen abtöten.
Löse dazu einen Teelöffel Kochsalz in einem großen Glas mit warmem Wasser auf.
Um nachts nicht mit einem gereizten Rachen aufzuwachen, gurgel sofort nach dem Zähneputzen mit Salzwasser, um die Nervenenden im Hals zu betäuben und zu beruhigen.
Olivenöl
Wenn Du an einem hartnäckigen und trockenen Husten leidest und nach einer schnellen Lösung suchst, kann Dir auch Olivenöl dabei helfen, Husten zu lindern. Das Öl –wie Honig– ummantelt auf natürliche Weise Deinen Rachen und reduziert den Hustendrang.
Der erste Esslöffel Olivenöl kann jedoch auch einen Hustenreiz auslösen. Dies liegt an den Phenolen im Olivenöl, die antioxidative Eigenschaften haben und das Öl vor dem Verderben bewahren.
In einer Studie haben Forscher herausgefunden, dass der hintere Teil des Rachens über Rezeptoren verfügt, die den entzündungshemmenden Wirkstoff Oleocanthal erkennen, der sowohl in Olivenöl als auch in Ibuprofen enthalten ist. Wenn Husten zum Beispiel durch Staub- und Schmutzpartikel ausgelöst wird, die in den Rachen gelangen und eine Entzündung des Gewebes verursachen, kann Olivenöl so die Entzündung reduzieren.
Feigen
Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Farbe und Textur unterscheiden, aber sie sind alle reich an Ballaststoffen, Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Kupfer sowie eine gute Quelle für die Vitamine A, B, E und K.
Feigen sind gesund und lecker. Auch Feigensud hilft bei (trockenem) Husten, Asthma und Halsschmerzen. Du kannst drei getrocknete Feigen in einem halben Liter Wasser kochen, bis das Wasser eine sirupähnliche Konsistenz annimmt.
Knoblauch
Die meisten Menschen lieben Knoblauch – Knoblauchbutter, Knoblauchbrot oder geröstet in diversen Gerichten, die aromatische Knolle kann vielfältig eingesetzt werden.
Auf der ganzen Welt wird Knoblauch seit hunderten von Jahren für medizinische Zwecke verwendet. Der wichtigste gesundheitsfördernde Bestandteil von Knoblauch ist Allicin. Es enthält Sauerstoff, Schwefel und andere Chemikalien, die dem Knoblauch antibakterielle Eigenschaften verleihen. Das Zerkleinern oder Zerdrücken frischer Knoblauchzehen setzt mehr Allicin frei als die Verwendung ganzer Zehen. Allerdings kann gehackter oder zerdrückter Knoblauch seine Allicinwerte schnell verlieren. Um einen maximalen Nutzen zu gewinnen, solltest Du den frischen Knoblauch so schnell wie möglich verwenden.
Du kannst mit dem Knoblauch zum Beispiel ein Salatdressing verfeinern: Einfach Olivenöl und Balsamico Essig mit getrocknete Kräutern Deiner Wahl und gehackten Knoblauch zusammen mischen. Wenn Dir das Dressing zu sauer ist, kannst Du noch etwas Honig oder Agavendicksaft hinzugeben.
Hustensaft selber machen
Um einen natürlichen Hustensaft selbst zu machen, brauchst Du nur Olivenöl, Zitronensaft und Honig:
Mische 60 ml Zitronensaft mit 60 ml Honig
Erwärme 120 ml Olivenöl
Gib die Honig-Zitronen-Mischung in das noch warme Olivenöl
Verzehre alle zwei bis drei Stunden 1 Esslöffel des natürlichen Hustensafts, um Deinen Rachen zu beruhigen.
Alternativ kannst du auch aus Olivenöl, Knoblauch und Feigen einen Hustensaft herstellen. Dazu füllst du ein verschließbares Glas mit Olivenöl und fügst anschließend ein paar Knoblauchzehen und getrocknete Feigen hinzu. Allerdings muss dieser Hustensaft für mindest zwei Wochen ziehen.
Hoffentlich können Dir diese Hausmittel Linderung verschaffen. Wenn sich Dein Husten nicht verbessert, gehe zum Arzt!